UZ Pressefest

Paradies für (linke) Leseratten

UZ Pressefest 2016

Das Pressefest in Dortmund, Revierpark Wischlingen:
http://pressefest.unsere-zeit.de

Arbeitswelt 4.0: Die aktuellen Marx. Blätter

Editorial
Von Lothar Geißler
Ausgabe 3-16
»Die moderne Industrie betrachtet und behandelt die vorhandene Form eines Produktionsprozesses nie als definitiv. Ihre technische Basis ist daher revolutionär … Durch Maschinerie, chemische Prozesse und andre Methoden wälzt sie beständig mit der technischen Grundlage der Produktion die Funktionen der Arbeiter und die gesellschaftlichen Kombinationen des Arbeitsprozesses um.«1
Aus dieser Marxschen Formulierung über die permanente Revolutionierung der Produktivkräfte durch das Kapital kann man getrost und selbstbewusst den Schluss ziehen, dass der »Alte« zum Verständnis heutiger Umwälzungsprozesse, die mit dem »4.0-Label« versehen sind, einiges beizutragen hat – vor allem auch bewährte Arbeitsbegriffe, die insbesondere arbeitenden Menschen das Begreifen erleichtern. Darum haben wir einige der wichtigsten aus dem »Marx-Engels-Lexikon«2 in unseren Schwerpunkt integriert.
»Wir sollten genau unterscheiden, was neu ist und was nicht so neu ist an diesem Regime des ›digitalen Kapitalismus‹«, rät der weißrussische Netzkritiker Evgeny Morozov. »Neuerungen bedürfen einer angemessenen Theoretisierung. Aber das bedeutet nicht, dass die alten Fragen – die nach Monopolen, Imperialismus, der Verbindung zwischen der Kriegsindustrie auf der einen und Innovationen auf der anderen Seite –, dass all diese Fragen sich erledigt hätten«.3
Diesen Rat aufgreifend beginnen wir den Schwerpunkt mit dem sehr anregenden Beitrag von Christian Fuchs über »Digitale Arbeit und Imperialismus«. Hier wie auch in dem Beitrag von Lothar Geisler geht es weniger um »cyber-physische Systeme«, 3D-Drucker und anderweitig technisch-Revolutionäres, sondern um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und deren Rückwirkung auf Arbeit und Leben der Arbeitenden. Denn die ungelöste Schlüsselfrage ist, wie unter den heutigen Bedingungen »deformierter Produktivkraftentwicklung « technischer Fortschritt zu sozialem Fortschritt werden kann. Wie wichtig, aber auch wie schwer der Kampf ums Mitbestimmen darüber ist, wer, was, wo und wie produziert wird, zeigt – außerhalb des Schwerpunkts – der Beitrag von Anne Rieger zur Rüstungskonversion. Der Betriebsräte-Berater Marcus Schwarzbach erläutert, was »Crowdworking« ist und auf welchen Handlungsfeldern Betriebsräte und Gewerkschaften gefordert sind. Der Braunschweiger VW-Betriebsrat Uwe Fritsch schildert betriebliche Erfahrungen. Und der langjährige Gewerkschafter und Vorsitzende der Partei Die Linke, Bernd Riexinger, stellt Überlegungen zu einer linken digitalen Agenda zur Diskussion.
Wissend, dass wir das Schwerpunktthema damit nur angerissen haben und wir erst am Anfang eines Diskussionsprozesses über die Zukunft der (digitalen) Arbeit stehen, haben wir für unsere LeserInnen Buchempfehlungen zum Thema zusammengestellt. Denn diese Debatte dürfen wir nicht den »Experten« überlassen.

1 Karl Marx, Das Kapital, in: MEW 23, S. 510 f.
2 PapyRossa Verlag, 2006/2013
3 Zitiert nach Luxemburg 3_2015, S. 12.

Mehr dazu unter: Marxistische Blätter

AfD, PEGIDA & Co.

Der Aufstand des „ Abendlandes“?

Vortrag mit: Phillip Becher, Sozialwissenschaftler, Universität Siegen

Dienstag 21.7. 19.30 Uhr
Lagerhalle Osnabrück, Raum 207

Eine neue Massenbewegung macht in Deutschland von sich reden: PEGIDA. Sie läuft Sturm gegen „Überfremdung“, „Parteienstaat“ und „Lügenpresse“. Was in Dresden begann, hat Nachahmer andernorts gefunden. Dass die Demonstrierenden nicht immer auf öffentliche Gegenliebe stoßen, brandmarken sie als Unterdrückung abweichender Meinungen. Überdeckt werden dabei die Sympathien, die PEGIDA & Co. seitens honoriger gesellschaftlicher und politischer Kräfte genießen, derzeit gruppiert vor allem, aber nicht nur, um die „Alternative für Deutschland“. Andererseits segeln im Windschatten von PEGIDA Hooligans wie die von HoGeSa und andere Schläger. Neu sind solche Proteste indes nicht.
Bereits vor Jahren startete in Köln ein Kreuzzug sich selbst als „Bürgerbewegung“ inszenierender Rechtspopulisten gegen eine angebliche Islamisierung, und auch die Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung mit einem linken Ministerpräsidenten trieb „besorgte Bürger“ auf die Straße. Wie auch immer PEGIDA sich entwickeln mag, wird dieses Potential nicht einfach verschwinden. Eine deutsche Besonderheit ist all dies aber nicht.
In anderen europäischen Ländern existieren seit Jahren wirkungsmächtige rechte Bewegungen mit Ablegern auch im parlamentarischen Raum. Sie basteln an einem alternativen Gesellschaftsprojekt von rechts. Mit den aktuellen Umbrüchen in der politischen Szene in Deutschland könnte Vergleichbares auch hierzulande anstehen.

Eine Veranstaltung der VVN Osnabrück

Lesung: „Nach Mitternacht“…

…von Irmgard Keun, Lesung mit Schauspieler Uwe Neubauer
am Samstag den 6. Juni 2015, 20 Uhr
Stadtgaleriecafé Große Gildewart 14

Musikalische Begleitung: Gewerkschaftschor „Roter Akkord“
Eine Veranstaltung der VVN Osnabrück
Eintritt frei.

Irmgard Keun, 1905 in Berlin geboren, begann nach einer kurzen Bühnenlaufbahn mit 21 Jahren zu schreiben. Sie emigrierte 1935. Von 1940 bis 1945 lebte sie illegal in Deutschland. Nach dem Krieg veröffentlichte sie noch zwei Romane, Bilder und Gedichte aus der Emigration sowie eine Erzählung. Außerdem arbeitete sie für Rundfunk und Zeitungen. Sie starb 1982 in Köln.

Veranstaltung: Osnabrücker Arbeiter*innen gegen Hitler

Ludwig Landwehr, Lissy Rieke und die anderen

Am 1. April sahen über 5 Millionen den Film „Nackt unter Wölfen“ über den Widerstand im KZ Buchenwald, darunter sicher viele Osnabrücker. Doch wer weiß, dass in der internationalen Widerstandsorganisation auch ein Osnabrücker mitgewirkt hat – Ludwig Landwehr?
Viele kaufen an der „Lissy-Rieke-Straße“ ein – doch wer weiß etwas über diese junge Frau aus Osnabrück, die ihr Leben im Kampf gegen die Nazis verlor?

Der Widerstand aus der Arbeiterbewegung ist wenig bekannt. Im 70. Jahr nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus möchten wir dazu beitragen, dass sich das ändert.
Darum laden wir ein zu einer Veranstaltung über Verfolgung und Widerstand, bei der es besonders um die Lebenswege von Ludwig Landwehr, Lissy Rieke und anderen Hitlergegnern aus der Osnabrücker Arbeiterbewegung gehen soll.

Mittwoch, 20. Mai 2015, 19:00 Uhr
Lagerhalle Osnabrück, Raum 207

Eine Veranstaltung der DKP Osnabrück (mit Unterstützung der MASCH Osnabrück)

Die neuen MB (6-14)

Die neuen MB (Marxistischen Blätter) sind erschienen und bei Neue Impulse erhältlich.

Das Thema:
Der Staat. Rolle – Funktion – Charakter.

SPD-Wirtschaftsminister Gabriel umschreibt die Diktaturen am Golf als »inkludierende Staaten«, um deutsche Waffenexporte dorthin als harmloser erscheinen zu lassen. Die neue Regierungsmehrheit in Thüringen gibt zu Protokoll, die sozialistische DDR sei ein »Unrechtsstaat« gewesen – und wer das anders sehe, sei für öffentliche Ämter nicht tragbar. Die Bundesregierung erwägt eine Einschränkung des Streikrechtes, um Spartengewerkschaften wie Cockpit und GDL das Wasser abzugraben. Eine Terrororganisation, die sich – hochgepäppelt von Staaten, die als bürgerlich-demokratisch gelten – »Islamischer Staat« nennt, lehnt jedwede territoriale Begrenzung und staatliche Organisation ab. Egal über welches konkrete politische Thema gestritten wird, immer geht es (auch) um staatliches Handeln, um Rolle, Funktion und Charakter des Staates oder quasistaatlicher Gebilde. […]

Beiträge zum Thema:

Marx/ Engels-Anthologie zur Natur des Staates
von Hermann Klenner

Staatstheoretische Probleme im Werk W. I. Lenins
von Jupp Schleifstein

Der Staats- und Rechtsbegriff bei Paschukanis
von Andreas Kerkemeyer und Andreas Fisahn

Der Staat als gesellschaftliches Verhältnis Einführendes zur Staatstheorie von Nicos Poulantzas
von Daniel Bratanovic

Integration und Klassenkampf Zur Ambivalenz defensiver Demokratisierung
von David Salomon

Zu Schellemanns Zyklus »Staat und Revolution«
von Richard Hiepe

Neuer Termin: Lesezirkel zu „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“

Unser Lesezirkel ist mit einer Eröffnungsrunde zum Bürgerkrieg in der Ukraine gestartet.
Der nächste Termin, an dem wir das erste Kapitel von Lenins Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ besprechen wollen, wird am 17. Dezember 2014 um 19 Uhr in der Lagerhalle stattfinden. Wer noch einsteigen möchte, kann sich bis zum 13. Dezember unter maschinos@ymail.com anmelden.

„Der Staat“ – Neue Ausgabe der Marxistischen Blätter

Die Ausgabe 6-14 der Marxistischen Blätter behandelt als Themenschwerpunkt den Staat.

MB614

Hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis:

Marx/ Engels-Anthologie zur Natur des Staates
von Hermann Klenner

Staatstheoretische Probleme im Werk W. I. Lenins
von Jupp Schleifstein

Der Staats- und Rechtsbegriff bei Paschukanis
von Andreas Kerkemeyer und Andreas Fisahn

Der Staat als gesellschaftliches Verhältnis Einführendes zur Staatstheorie von Nicos Poulantzas
von Daniel Bratanovic

Integration und Klassenkampf Zur Ambivalenz defensiver Demokratisierung
von David Salomon

Zu Schellemanns Zyklus »Staat und Revolution«
von Richard Hiepe

Staat und Revolution
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Außerdem:

Mobbing am Arbeitsplatz
von Anne Rieger

Literarische Propaganda im Jahr 1914
von Kai Köhler

Die »Bewegung der bewaffneten Reaktion« Die Entwicklung der Faschismusdeutung der italienischen Kommunisten 1920 bis 1934 – Teil II
von Phillip Becher

Welches »Kapital«?
von Georg Fülberth

zu bestellen bei Neue Impulse

Neuer Lesezirkel zum Thema Imperialismus

Am 5. November startet unser neuer Lesezirkel zur Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“.
Einsteigen werden wir mit Fragen der Gegenwart (Ukraine, Wirtschaftskrise), um zu formulieren, was wir von der Diskussion um die Imperialismustheorie Lenins erwarten.

Wann?: 5. November 2014, 19 Uhr
Wo?: Lagerhalle Osnabrück, Raum 207
Teilnahme ist kostenlos.
Lesestoff wird gestellt.

Lesung am 22.7.14: “Ihr seid Träumer sagte der Traum”

Am Dienstag, den 22.7.2014, bieten die Marxistische Abendschule OS und Rosa Luxemburg Club um 19 Uhr in der Lagerhalle Osnabrück (Raum 204) eine Lesung mit Manfred Jansen an.
Er beschreibt den erfolgreichen Kampf einer Belegschaft gegen Betriebsschließung und Massenentlassungen in seinem Buch “Ihr seid Träumer sagte der Traum”.
Der Autor Manfred Jansen hat tatsächlich eine viele Jahre andauernde Auseinandersetzung gegen Massenentlassungen und gegen die Zerschlagung des Betriebes (zuerst als Vertrauensleutevorsitzender, dann als Betriebsratsvorsitzender) zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen selbst geführt und am Ende gewonnen.
Eine Leseprobe und eine Rezension des Buches sind bei LabourNet erschienen.
Exemplare des Buches können bei uns bezogen werden, die MASCH Osnabrück wird während der Lesung einen Büchertisch aufstellen.

Eine Veranstaltung unterstützt von DKP und PDL Osnabrück.