Lissy Rieke
Lissi Rieke wurde am 18. August 1913 in Osnabrück geboren.
Mit sechzehn Jahren trat sie dem Kommunistischen Jugendverband in Osnabrück bei. Hier wirkte sie mit in einer Agitprop-Truppe, die den Kampf gegen Militarismus und Faschismus mit satirischen Szenen unterstützte.
Im August 1933 ging sie als Hausangestellte nach Hilversum in die Niederlande. 1939 übersiedelte sie nach Amsterdam. Als in den Jahren 1941 und 1942 Instrukteure des Zentralkomitees der KPD nach Deutschland gingen und die illegale Tätigkeit der Bezirksorganisationen im Ruhrgebiet verstärken halfen, war Lissi Rieke unter ihnen. Bei der Antifaschistin Margarete Stupp in Duisburg fand sie Unterkunft und hielt mit ihr zusammen Kontakt zu niederländische Rheinschiffern, denen sie Nachrichten und Materialien für die deutschen Antifaschisten in den Niederlanden mitgaben. Beide Frauen beteiligten sich an der Verbreitung von Flugblättern und der periodisch erscheinenden illegalen Schriften „Ruhr-Echo“ und „Friedenskämpfer“.
Im Januar 1943 gerieten Luise Rieke und Margarete Stupp in die Hände der Gestapo und beide wurden maßlos mißhandelt. Im August 1944 verurteilten die Blutrichter des Volksgerichtshofes sie zum Tode. Einen Antrag auf Begnadigung zu stellen lehnte sie ab. Am 5. Januar 1945, vier Monate vor der Befreiung, wurde sie in Dortmund hingerichtet.

(Siehe auch: Luise Kraushaar, Deutsche Widerstandskämpfer 1933 – 1945: Biographien und Briefe, Bd.2; Hrsg. vom Inst. für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED. Standort Universitätsbibliothek Osnabrück: Alte Münze, Signatur: LQP 1702-238 5)

Weitere Infos unter: Kurzbiografie unter „Todesurteil kurz vor Kriegsende“ (pdf-Dokument)
sowie unter http://service.virtuos.uni-osnabrueck.de/wikifarm/fields/stolpersteine/index.php/Main/RiekeLissy
Mehr zu den Stolpersteinen in Osnabrück unter: http://de.cyclopaedia.net/wiki/Liste-der-Stolpersteine-in-Osnabrueck